Die NABU-Streuobstwiese am Ossweiler Weg

Genau genommen ist "NABU-Streuobstwiese" irreführend. Es handelt sich um ein Grundstück der Stadt Kornwestheim. Über zehn Jahre war die Streuobstwiese mit 37 Bäumen an Jürgen F. vermietet, der den jährlichen Schnitt machte und dafür die Ernte nutzen durfte. Nachdem er vor Jahren aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste, haben wir uns überlegt, diese Aufgabe zu übernehmen.

Erste Schnittaktion am 18. Januar 2020

Bei der ersten Aktion hatten wir Glück mit dem Wetter. Begonnen hatten wir bei bedecktem Himmel, aber die meiste Zeit hatten wir schönen Sonnenschein. Da macht die Arbeit noch einmal so viel Spaß. Acht Bäume wurden geschnitten, durchaus zufriedenstellend, denn am Anfang musste erst abgestimmt werden, wie wir vorgehen. Als wir nach knapp drei Stunden das Feld wieder räumten, ging kurz danach ein Graupelschauer los.

Dritte Schnittaktion am 22. Februar 2020

Nach der dritten Schnittaktion bei herrlichem Wetter sehen die meisten Bäume schon wieder manierlich aus. Die übrigen werden wir wohl erst nächstes Jahr schneiden, und in den nächsten Tagen nur noch einige Nistkästen aufhängen.

Erste Sammelaktion am 13. September 2020

 

Sonntagsarbeit war es nicht, eher Sonntagsvergnügen. Acht Erwachsene und zwei Kinder trafen sich bei der vom NABU gepflegten Streuobstwiese.

 

In den letzten Jahren wurden die Äpfel meist ab Beginn Oktober geerntet, dieses Jahr schienen sie aber früher reif zu werden, daher auch der vorgezogene Erntetermin Nummer eins. Wir teilten uns auf in "Schüttler" und "Klauber". Zugegeben: beides ist ein bißchen anstrengend. Beim Schütteln hat man es etwas einfacher, wenn man an die Äste kommt und sie direkt schütteln kann. Bei den schwer beladenen Ästen klappte das oft. Etwas weiter oben geht es nur mit Stange, was etwas Geschick voraussetzt. Beim Klauben wird natürlich nur genommen, was keine faulen Stellen hat. Da konnten auch die beiden Jungs prima mithelfen. Die Geduld war allerdings zeitlich begrenzt, denn es gab ja noch so viel zu entdecken: Hier ein Marienkäfer ("Hallo, du bist jetzt mein neuer Freund"), ein kleines, grasgrünes Heupferd ("Nun spring doch, du Fauler"). Die Wespen ließen uns weitgehend in Ruhe.

 

Am Tag danach wurde die Ernte zur Saftmanufaktur Rösch gefahren. Wir wollten aber nicht irgendeinen Saft, sondern den aus genau unseren Äpfeln. Dieses Angebot gibt es, wenn man den Saft in "bag in box" kauft. Fünf Liter werden in Plastikbeutel mit eingebautem Zapfhahn abgefüllt und im Karton verkauft. Ungeöffnet ist die Haltbarkeit 18 Monate, geöffnet sollte in zwei Monaten ausgetrunken sein. Pro Liter zahlen wir weniger als einen Euro, gut 50 Kartons sind zu erwarten. Wer Interesse hat, kann sich beim NABU Kornwestheim melden.

 

Aber letztlich geht es nicht ums liebe Geld. Wenn man weiß, welch wichtige Lebensräume Streuobstwiesen sind, wenn man einen Apfel direkt vom Baum genießen kann, wenn man den Kindern bei ihren Naturentdeckungen zuschaut, dann ist das Belohnung genug für die Arbeit, die man im Laufe des Jahres für Baumpflege und Ernte investiert.

 

Drei Tage später wurden 57 Kartons mit Saft abgeholt.