Vogel des Jahres 2022

Kornwestheimer Zeitung 6.10.2021

Letztes Jahr bei der 51. Wahl zum Vogel des Jahres gab es eine Premiere: alle durften mitwählen. Gekürt wurde das Rotkehlchen von 455.000 Menschen aus einer Liste von 307 heimischen Vögeln. Auch künftig sollen alle Bürgerinnen und Bürger beteiligt werden. Um die Wahl zu erleichtern haben Vogelkundler des NABU für 2022 fünf Arten ausgewählt, die für unterschiedliche Naturschutzthemen ins Rennen gehen:

 

Die Mehlschwalbe hat als Insektenfresser und Gebäudebrüter zwei Probleme, die ihren Bestand gefährden: Durch das Insektensterben hat sie weniger Nahrung zur Verfügung. Zudem werden ihre Nistplätze etwa bei Gebäudesanierungen entfernt. Ihr Wahlkampfslogan lautet darum: „Mieterschutz für Vögel!“

 

Wie sie ist der Steinschmätzer ein Langstreckenzieher und mit 30.000 Kilometern Jahreszugstrecke rekordverdächtig unter den Singvögeln. Vom Aussterben bedroht ist diese Art bei uns, weil sie immer weniger Lebensraum zur Verfügung hat. Der Steinschmätzer braucht offenes, vegetationsarmes Gelände. Darum geht er mit dem Slogan „Mut zur Brache!“ ins Rennen.

 

Der Wiedehopf ist mit seinem langen Schnabel und seinen orangefarbenen Scheitelfedern der optisch spektakulärste Kandidat. Er lebt ausschließlich in besonders warmen Gegenden in Deutschland, etwa am Kaiserstuhl. Die Art wäre deutlich häufiger, wenn es mehr halboffene Landschaften mit vielen Insekten gäbe, wie Weideflächen oder pestizidfreie Weinberge. Der Wahlkampfspruch des Wiedehopfs heißt: „Gift ist keine Lösung!“

 

Den Feldsperling dürfte jeder und jede schon einmal gesehen haben. Wie auch der Haussperling hat er sich an den Menschen angepasst und lebt häufig in unseren Siedlungen. Die Spatzenart hat nach der Brutzeit ein ausgeprägtes Sozialverhalten, die Vögel versammeln sich dann gern in Sträuchern. Der Feldsperling brütet in Baumhöhlen oder Nistkästen und fordert auch deshalb: „Ohne Gehölz, ohne mich!“

 

Sein gruseliger Name täuscht: der Bluthänfling ist kein Greifvogel sondern eine kleine Finkenart mit roter Brust und einer Vorliebe für vegetarische Kost, wie Körner, Samen und Früchte. Sein Bestand ist gefährdet, weil er in monotonen Ackerlandschaften keine Heimat findet. Er fordert für seinen Brutplatz: „Mehr Hecken zum Verstecken!“

 

Hier kann man sich genauer mit den fünf Vogelportraits beschäftigen. Und hier können auch Sie von heute an bis zum Mittag des 18. November abstimmen. Noch am selben Tag wird der Sieger bekanntgegeben.