Golfplatzbegehung am 3.3.2024 (Veranstaltung des Dachverbands)

Über 30 Interessierte haben sich bei einer Exkursion durch die Steingrube und Teile des Golfplatz-Geländes über Projekte des Dachverbandes informiert.

Mitglieder der Ökologiegruppe des BUND Kornwestheim, die NABU-Ortsgruppe, die örtliche Gruppe des Schwäbischen Albvereins und allgemein Interessierte waren an einem der vergleichsweise wenigen trockenen Tage des Jahres unterwegs.

Die Witterungsbedingungen waren also günstig für das Vorhaben, bei dem es durch Feld und Flur ging, abseits asphaltierter Wege. Von Dr. Ottmar Funk erfuhren alle viel Wissenswertes über Bäume, Pflanzen und Tiere auf dem Weg, an denen man sonst achtlos vorbeigeht. Schon von weitem fallen in der Steingrube, dem früheren Exerzierplatz-Gelände, Streuobstwiesen mit altem Baumbestand ins Auge. "Das sind typische Pflanzungen der Nachkriegsjahre", erläuterte der Experte. Damals hätten die Früchte der Obstbäume wie auch die Erträge aus Haus- und Schrebergärten der Selbstversorgung gedient. Mittlerweile sind die Bäume über 70 Jahre alt und haben besonders unter der Trockenheit der letzten Jahre gelitten. Für die Natur seien sie aber immer noch sehr wertvoll, erklärte Funk. Vom Specht bis zum Baumpilz siedelten verschiedenste ökologisch wichtige Lebewesen in ihnen. Dabei sei es wichtig, auch morsche Äste am Baum zu lassen. "Stehendes Holz ist immer wertvoller als liegendes", berichtete er. Aber auch heruntergefallene Äste könnten noch einen wesentlichen Beitrag zur ökologischen Vielfalt leisten.

Die 22 jungen Bäume ein ganzes Stück weiter am Golfplatz haben hoffentlich noch ein langes Leben vor sich. Sie wurden von Mitgliedern des Dachverbandes im letzten Herbst gepflanzt, haben den Winter offenbar gut überstanden und werden wohl bald mit frischen Blättchen und Blüten das Gelände ein wenig bunter machen. 20 ar wurden dafür zur Verfügung gestellt, gerade genug, um 22 Bäume zu pflanzen. Für etliche Bäumchen hatten Kornwestheimer Bürger eine Baumpatenschaft übernommen. Sie bekamen nun die Gelegenheit geboten, sich ihre zarten Pfleglinge anzuschauen. Es sind fast ausschließlich Apfel- und Birnbäume, so Ottmar Funk. "Kirschen bilden keine Löcher." Diese seien aber wichtig für Spechthöhlen.

Auf dem Weg zur Neupflanzung konnten die Wanderer Stellen kennenlernen, an denen sie im Sommer kleine Tiere werden beobachten können. Ein stattliches Insektenhotel lockt da etwa mit Aufenthaltsmöglichkeiten. Eine Ausgleichsfläche der Deutschen Bahn mit Schotter und Hecken am Rand wird Eidechsen zum Sonnenbaden einladen.

 

Sabine Baumert
(Originalartikel)