Liebe Libelle

Kornwestheimer Zeitung 1.9.2021

Libellenfossilien aus dem oberen Karbon sind etwa 300 Millionen Jahre alt. Diese Insekten hatten damals eine Spannweite von bis zu 72 cm. Stellen Sie sich die mal vor, wie sie überm Stadtgartensee schwebt...

 

Die Flügel verleihen den Libellen ganz besondere Fähigkeiten: Als Jäger, die Insekten im Flug fangen, müssen sie extrem wendig und schnell sein. Dabei helfen zwei unabhängig voneinander bewegliche Flügelpaare, die den Libellen gestatten, in der Luft zu stehen wie ein Helikopter, einige Arten können sogar rückwärts fliegen. Und wie schnell - mehr als 40 km/h - eine Libelle sein kann, hat sicher jeder von uns schon bewundert.

 

Auch die Facettenaugen der Libelle sind existenziell für die Jagd. Sie bestehen aus bis zu 30.000 Einzelaugen. Zwei Unterordnungen der Libellen gibt es in Mitteleuropa: Die Großlibellen und die Kleinlibellen. Bei den Großlibellen liegen die Facettenaugen - mit einer Ausnahme - direkt beieinander, die Facettenaugen der Kleinlibellen sitzen getrennt seitlich am Kopf. Kleiner Spaß am Rande: die derzeit größte Libelle mit 19 cm Flügelspannweite gehört zu den Kleinlibellen.

 

Wie alle Insekten durchlebt die Libelle mehrere Lebensphasen: Aus dem Ei schlüpft unter Wasser die Larve, häutet sich dort im Laufe ihres Wachstums 7-13 mal, klettert dann aus dem Wasser und entpuppt sich ein letztes Mal zur fertigen Libelle. Bei den meisten Libellen ist die Larvenzeit die längste Phase. Auch unter Wasser sind sie geschickte Jäger, die alles fressen, was ihre Mundwerkzeuge fassen und zerlegen können. Haben sie die gefährliche Zeit der Häutung und ihren Jungfernflug überstanden, dauert es bis zu 30 Tagen, bis sie geschlechtsreif sind, und das Rad des Lebens sich erneut zu drehen beginnt.

 

Dem Thema Libellen widmet sich auch der Kalender 2022, den Sie auf nabu-kornwestheim.de bestellen können. Die beeindruckenden Fotos, die Hubert Jelic zur Verfügung gestellt hat, können in der Vorschau nur andeutungsweise widergegeben werden.