... Earth day

22.04.2015 Kornwestheimer Zeitung

Heute ist der„Internationale Tag der Erde“, ein Tag zum Nachdenken. Ohne die Zeit vor 200 Jahren idealisieren zu wollen: Damals hatte die Erde einige Probleme weniger. Die industrielle Revolution hatte noch nicht stattgefunden. In einem erdgeschichtlich verschwindend kleinen Zeitraum hat homo sapiens es geschafft, den Planeten auszubeuten und zu vermüllen.


Die Natur ist ein empfindliches System. Die Wirtschaft postuliert stetiges Wachstum als Basis unseres Wohlstands. Wachstum hier bedeutet Schrumpfen da, denn die Erde ist endlich. Wir konsumieren als gäbe es kein morgen und schenken unseren Kindern sinnfreies Plastikspielzeug, das nach zehn Minuten Benutzung bestenfalls auf der Müllhalde oder - noch doller - im vielleicht noch vorhandenen Wald landet. Durch Produktion und Verteilung immer kurzlebigerer Waren wird die Landschaft zugepflastert, die Luft und das Wasser verschmutzt.


Als Einzelner kann man die Welt nicht retten, aber jeder und jede kann sich der Probleme bewusst sein und sich selbst immer wieder Fragen stellen:

  • Brauche ich wirklich, was ich gerade kaufen will?

  • Wie lange will ich es nutzen?

  • Was passiert danach damit?

  • Gibt es eine Alternative, die weniger Ressourcen und Energie verbraucht?

  • Esse ich zu Weihnachten Erdbeeren oder genieße ich sie in der Saison?

  • Esse ich Billigfleisch oder lieber selten von fair aufgezogenen Tieren?

  • Bin ich damit einverstanden, dass Kornwestheim wieder ein Stück Land versiegelt, um Gewerbefläche anzusiedeln?

  • Gehe ich das Stück zu Fuß oder muss ich das Auto nehmen?

  • Lasse ich meine Unterhaltungselektronik rund um die Uhr auf standby oder schalte ich zumindest nachts ganz aus?


Es gibt noch mehr Fragen, denen wir uns bewusst stellen und zumindest kleine Verbesserungen erzielen können. Nicht zu vergessen den Folgeeffekt, dass unsere Kinder vor allem durch unser Vorbild lernen.


Fangen Sie doch mal an: Die Stabsstelle Umwelt- und Klimaschutz im Rathaus verleiht kostenlos Strommessgeräte. Gehen Sie mal auf die Suche nach unnötigen Stromfressern. Ihre Tiefkühltruhe sollten Sie nicht gerade ausschalten, aber aus eigener Erfahrung weiß ich: man findet Möglichkeiten, Strom zu sparen und letztlich auch den eigenen Geldbeutel zu schonen.




Systemfehler Wachstum


In unserer heutigen Gesellschaft scheint es unausweichlich, auf Teufel komm raus zu produzieren und immer mehr zu konsumieren. Der Teufel zeigt sich im Verbrauch von Ressourcen, die immer kurzfristiger auf dem Müll landen.


Flächenverbrauch


Produktion und Konsum verbrauchen unter anderem wertvolle Flächen, die immer knapper werden. Wer wie ich seit gut 50 Jahren in Kornwestheim wohnt, erinnert sich noch an die damalige Bebauung.


Luxus oder notwendig?


Unsere erste Aufgabe als Verbraucher ist die kritische Selbstreflexion, was wir wirklich brauchen.


Cradle to cradle


An der Wirtschaft liegt es, intelligente Produkte zu entwickeln und deren Lebenslauf nicht nur bis zum Verkauf zu durchdenken, sondern bis zum Ende der Nutzung und der Wiederverwertung. Gerade in elektronischen Geräten werden Rohstoffe verbaut, die der Erde immer schwieriger abzuringen sind. Hierfür, und vor allem, um die unendlichen Müllberge zu vermeiden, muss ein möglichst vollständiges Recycling erreicht werden.


Transport und Mobilität


Wer Produkte aus der Nähe kauft, sorgt auch für geringere Transportwege der Güter. Man denke an die vielen Kornwestheimer Logistikunternehmen. Und mit welchen Verkehrsmitteln wir uns selbst transportieren haben wir unmittelbar in der Hand.